EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Hochdahl von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Am 8. Mai 1834 begann der königliche Baukondukteur Eduard Pickel mit den Vermessungsarbeiten zur Berechnung der Höhenprofile an der Steigung zwischen Erkrath und Hochdahl. Sie wurden Mitte 1835 fertiggestellt. Die Bauarbeiten begannen am 9. April 1838. Die Bahnstation erhielt nach den Gut „Hochdahler Hof“ seinen Bahnhofsnamen. Der Bahnhof wurde am 10. April 1841 von der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn- Gesellschaft (DEE) für den Personen- und am 1. Dezember 1841 für den Güterverkehr eröffnet. Sie lag an dem 12,61 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Erkrath und Wuppertal-Vohwinkel Pbf. Der Bahnhof Hochdahl war die Bergstation einer 2.448 Meter langen Steilstrecke mit einem Höhenunterschied von 81,61 Metern zwischen Erkrath und Hochdahl, die am 21. Mai 1841 eröffnet wurde. In Hochdahl waren zwei ortsfeste Dampfmaschinen gebaut worden, die die Züge per Seilzug von Düsseldorf kommend über die Steigung (1:30) hinaufschleppten und von Wuppertal hinunterfuhren. Die Bauten für die Dampfmaschinen wurden gegenüber dem Empfangsgebäude errichtet. Das Empfangsgebäude Hochdahl Der dreistöckige Backsteinbau in Seitenlage hatte einen traufenständigen Gebäudeteil mit Satteldach, der von einem giebelständigen Gebäudeteil mit Satteldach flankiert wurde. Das Bauwerk hatte Rundbogenfenster und Türen. Die einzelnen Geschosse waren durch Gurtgesimse (an Fassaden, dass zwischen den Geschossen liegt) optisch getrennt. Ein Dachgesims (das oberste, das Bauwerk abschließende Gesims) schloss das Mauerwerk zum Satteldach ab. Das Erdgeschoss lag unterhalb des Gleisniveaus. Hier befand sich der „Hofraum“, durch den die Reisenden über eine Treppe zum „Kassenraum“ und zum „Passagierzimmer“ gelangten. Für Arbeiter gab es einen Aufenthaltsraum. Von dort gelangten die Reisenden direkt auf den Bahnsteig. Im Obergeschoss lag die Wohnung des Bahnhofsvorstehers. Gegenüber dem Stationsgebäude lagen die Maschinenhäuser aus Backstein für den Seilzugbetrieb. Über einen Tunnel unterhalb der Gleise (also im Erdgeschoss) war die eigentliche Seilzuganlage mit dem Maschinenhaus verbunden. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Die Dampfmaschinen bewährten sich jedoch nicht. Schon nach einem Jahr wurden die Züge nach Wuppertal, durch eine talwärts fahrende Lokomotive, über die Rampe hochgezogen. Das zweite Empfangsgebäude Das zweistöckige Backsteingebäude mit Satteldach in Seitenlage wurde 1866 etwas entfernt vom alten Stationsgebäude errichtet. Das Gebäude auf T-förmigen Grundriss im Stil des Klassizismus besaß rechteckige Sprossenfenster. Über einen Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt) an der Ortsseite gelangten die Reisenden in das Gebäude. Im Bahnhof gab es nur den Hausbahnsteig. Im östlichen Bahnhofsbereich entstand ein zweiständiger Lokschuppen mit Revisionsgruben. Daneben befanden sich ein Kohlebansen und eine Löschgrube für die Reservelokomotiven. Im hinteren Teil des Lokschuppens gab es ein Kokslager, über dem sich ein Raum für das Lokpersonal befand. Die Gleisanlage hatte anfänglich zwei Haupt- sowie drei Nebengleise. Im Laufe der Zeit musste sie erheblich erweitert werden. Dabei entstand auch etwas östlich des Stationsgebäudes ein großer Güterschuppen. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1843 entstand ein Gleis zum geräumigen Lagerplatz mit Ladekran. 1846/47 wurde die alte Gleisbettung aus Sand gegen eine Schotterbettung ausgetauscht und schwerere Schienen verlegt. Die „Hochdahler Hütte Eintracht“ siedelte sich nach zweijähriger Bauzeit in Bahnhofsnähe an. 1851 begann die Roheisenproduktion der Hütte Eintracht. Sie erhielt einen Gleisanschluss zum Bahnhof. (Näheres unter Bergischer Geschichtsverein Abteilung Erkrath e. V. dort PDF download unter „Die Eisenhütte Hochdahl“) 1854 wird für die Erzverhüttung im Neandertal Kalkstein im großen Umfang abgebaut. Dabei wurden Knochenreste des Neandertalers gefunden. 1857 wurde die Strecke von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft (BME) übernommen. Der Seilzugantrieb wurde bis Januar 1926 verwendet. Die Gebäude für den Seilzugantrieb wurden abgerissen. 1936 entstand das erste Stellwerk an der Schrankenanlage. Am 26. Mai 1963 erhielt die Strecke Düsseldorf - Hochdahl eine elektrische Oberleitung. Hochdahl wurde am 1. Januar 1975 nach Erkrath eingemeindet. Mit dem Abschluss der Umbauarbeiten für den S-Bahn-Betrieb am 29. Mai 1988 erhielt der Bahnhof einen überdachten Inselbahnsteig, der über eine Unterführung zugänglich ist. Die Schrankenanlage wurde entfernt und die Gleisanlage auf das Notwendige zurückgebaut. 1985 wurde das Stellwerk Hf aus dem Betrieb genommen und das Stellwerk Ho abgerissen. Das Heimatmuseum Erkrath-Hochdahl e. V. hat die Bahnsteigüberdachung vom Bahnhof Porz (Rhein) vor dem Abbruch der Bahnhochbauten in das Museum überführt und es dort wieder aufgebaut. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Stationsgebäude, der Lokschuppen und das Stellwerksgebäude stehen unter Denkmalschutz.
Aachen - Kassel Aachen Hbf Kassel Hbf Bahnstation Hochdahl Bahnstation Hochdahl Planung und Konzession
Luftaufnahme
Bilder Hochdahl
Bahnhof 1841
Lokomotiven mit Seilzug
Bahnhof um 1866
Bahnhof 1841 Bahnhof um 1866 Lokomotiven mit Seilzug 153,0