EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Erkrath von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Nach Abschluss der Vermessungsarbeiten begannen die Bauarbeiten am 9. April 1838 an der 27 Kilometer langen Strecke zwischen Düsseldorf und Elberfeld (heute Wuppertal Hbf), die am 20. Dezember 1838 von der Düsseldorf- Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft (DEE) bis nach Erkrath in Betrieb genommen wurde. Der Bahnhof Erkrath war die Talstation einer 2.448 Meter langen Steilstrecke mit einem Höhenunterschied von 81,61 Metern zwischen Erkrath und Hochdahl. Bis zur Eröffnung am 21. Mai 1841 endete der Bahnverkehr in Erkrath. Am Fuße dieser Steilrampe wurde der Bahnhof Erkrath 1838 an der zunächst eingleisigen Strecke von Düsseldorf errichtet. Das Empfangsgebäude Erkrath Der traufenständige, zweistöckige Putzbau im Stil des Klassizismus besaß einen giebelständigen und verputzten Anbau, in dem sich eine Kasse (Fahrkartenschalter) mit vorgelagertem Eingangsraum befanden. Neben der Kasse führte eine Treppe zum Obergeschoss. Ein Passagierzimmer (Warteraum) befand sich im Erdgeschoss des Hauptgebäudes. Das Gebäude hatte Satteldächer und Rundbogenfenster. Der bossierte Gebäudesockel (überstehendes Material) bestand aus Naturstein. Die Giebel hatten ein Dachgesims (das oberste, das Bauwerk abschließende Gesims), die Gebäudekanten besaßen horizontale, erhabene und schmale Mauerstreifen. Im Obergeschoss des Empfangsgebäudes befand sich die Bahnmeisterwohnung. Auf der gegenüberliegenden Gleisseite lag der zweistöckige Signalturm der Steilstrecke aus Backstein. Über diesen Turm zeigte man über eine pneumatische Signaleinrichtung und einem Pfeifton die Ankunft eines Zuges an. Im Erdgeschoss des Turmes befand sich das Signalgebläse und darüber ein Reserveseil. Der Zug wurde dann an einem Stahlseil befestigt und die Ebene hinauf bzw. über eine Umlenkrolle in Hochdahl hinab gelassen. Der Gleisplan wies ein Durchgangs- und zwei Überholgleise sowie eine Drehscheibe aus. Wasserkräne dienten der Versorgung der Schublokomotiven. Die Reisenden konnten über einen hölzernen Gleisübergang zum Bahnsteig gelangen. Der Streckenabschnitt zwischen Erkrath und Hochdahl war zweigleisig ausgebaut. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1857 wurde die Strecke von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft (BME) übernommen. Nach der Jahrhundertwende ersetzte ein neues Stationsgebäude das Alte. Es gleicht gestalterisch dem neuen Bahnhofsgebäude in Wuppertal-Vohwinkel (Im Hintergrund des mittleren Bildes sind noch Fachwerkbauten aus der Anfangszeit des Bahnhofs zu erkennen, die später abgerissen wurden). Das zweite Empfangsgebäude Der traufenständige, einstöckige und asymmetrische Putzbau im Heimatstil mit Mansardenwalmdach nach 1900 errichtet, hatte einen östlichen giebelständigen Gebäudeteil mit beidseitigen Schmuckgiebeln. Dazwischen befand sich ein Uhrenturm. Das Erdgeschoss besaß im Erdgeschoss meist Rundbogen- und Rechteckfenster. Das Mansardendach hatte beidseitig Dachgauben. Die Stockwerke waren optisch durch Gurtgesimse (ein Gesims an Fassaden, das zwischen den Geschossen liegt) hervorgehoben. An der Ortsseite gab es einen Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt) mit architektonisch hervorgehobenem und gerahmten Eingangsportal. Im Erdgeschoss gelangten die Reisenden durch das Eingangsportal in die Wartehalle, mit Sitzbänken und Fahrkartenschalter, bei dem auch das Reisegepäck abgefertigt und Expressgutkarten ausgegeben wurden. Ein Dienstraum für die Güterabfertigung befand sich im Westen des Stationsgebäudes. Das Stück- und Expressgut wurde im Güterschuppen abgegeben. Im Osten des Gebäudes befand sich eine Bahnhofsgaststätte. Neben dem Empfangsgebäude gab es einen separaten Güterschuppen mit Seitenrampen. In Fahrtrichtung Düsseldorf befand sich auf der Nordseite ein kleiner Güterbahnhof mit Kopf- und Laderampen sowie ein Freiladegleis. Diese befanden sich auf dem heutigen P+R-Parkplatz. Die Gleisanlage wurde durch mehrere Abstell- und Ladegleise erweitert. Der Bahnhof verfügte über drei Bahnsteige, davon einen Inselbahnsteig. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Der Seilzugantrieb wurde bis Januar 1926 verwendet. Die Gebäude für den Seilzugantrieb wurden abgerissen. Am 26. Mai 1963 erhielt die Strecke Düsseldorf - Hochdahl eine elektrische Oberleitung. 1965/69 besaß der Bahnhof insgesamt 48 Gleise. Zwischen 1985 und 1988 wurde das Stellwerk Ef abgerissen. Die Güterabfertigung und die Fahrkartenausgabe wurden geschlossen. Mit dem Abschluss der Umbauarbeiten für den S-Bahn-Betrieb am 29. Mai 1988 erhielt der Bahnhof einen überdachten Inselbahnsteig, der über eine Unterführung zugänglich ist. Die Gleisanlage wurde auf das Notwendige zurückgebaut. 1991 stellte die Stadt Erkrath das Stationsgebäude unter Denkmalschutz. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das zweite Empfangsgebäude wurde von der Stadt gekauft und um 2014 saniert. Dabei wurden die Schmuckelemente des Gebäudes rot gestrichen.
Aachen - Kassel Aachen Hbf Kassel Hbf Bahnstation Erkrath Bahnstation Erkrath 54,0 Planung und Konzession
Bilder Erkrath
Bahnhof um 1905
Luftaufnahme
Bahnhof 1936
Bahnhof um 1905 Bahnhof 1936