EINE DOKUMENTATION
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Bahnstation Essingen (b. Aalen)

Bau und Streckeneröffnung Für die Planung der „Remsbahn“ berechnete der Baurat Georg von Morlok vier Varianten des Streckenverlaufs zwischen Cannstatt und Waiblingen und deren Kosten. Der geringe Höhenunterschied und der kürzeste Streckenverlauf gaben den Ausschlag für eine Verbindung Stuttgart - Aalen. Die 74,20 Kilometer lange Strecke zwischen Cannstatt und Aalen wurde am 25. Juli 1861 eröffnet. Die Gesamtstrecke zum bayerischen Nördlingen ging am 3. Oktober 1863 in Betrieb, wo sie an die Ludwig-Süd-Nord-Bahn anschloss. An der Strecke wurden im Abstand von einem Kilometer Bahnwärterhäuser (also ungefähr 74) errichtet, die mit einem Telegrafen ausgerüstet waren.

Das Empfangsgebäude Essingen

Das traufenständige, zweistöckige Stationsgebäude mit Halbgeschoss (letztes Geschoss ohne Dachschräge unter dem Dach) und Satteldach mit mittiger, breiter Dachgaube an der Ortsseite sowie Gurtgesimse (an Fassaden, das zwischen den Geschossen liegt), war ein Typenbau aus Sandstein, ähnlich dem Gebäude von Schwabsberg bei Goldshöfe. An den beiden Giebelwänden gab es jeweils einen Risalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt). Im Erdgeschoss waren Rundbogenfenster und Türen mit Rahmen aus Werkstein verbaut worden. Im Ober- und Dachgeschoss gab es Rechteckfenster im Werksteinrahmen mit Fensterläden. Im Erdgeschoss befand sich ein Warteraum mit Fahrkarten- und Gepäckschalter, ein Postraum sowie weitere Diensträume. In den Obergeschossen wurden Wohnungen für die Bahnbediensteten angelegt. Der Hausbahnsteig besaß eine Überdachung. Im Bahnhof gab es einen separaten Güterschuppen mit Seiten- und Kopframpe sowie ein separates Abtrittgebäude. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse III. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1920 wurde in mehreren Etappen ein zweites Streckengleis im Bahnhof verlegt. Es entstand ein befestigter Mittelbahnsteig. Ein Industrieanschluss wurde zu einem Schrottverwertungsunternehmen verlegt. Später wurde der Anschluss mit einem privaten Umschlagbahnhof erweitert. 1957 erhielt der Bahnhof ein modernes Stellwerk. Dafür wurde ein einstöckiger Anbau mit Flachdach am Stationsgebäude errichtet. Am 28. Mai 1989 wurde der Personenverkehr im Bahnhof eingestellt. Die Gemeinde kaufte das stillgelegte Stationsgebäude und sanierte das Dach und die Fenster. Der rege Güterverkehr dauert bis heute an. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Stationsgebäude von 1861 steht leer und macht keinen guten Eindruck. Es ist zu hoffen, dass die Stadt das Empfangsgebäude wieder einer Nutzung zuführt.
Filmbild Essingen (b. Aalen) 466,6
Die Eisenbahn “kam” am 25. Juli 1861 nach Essingen (Württemberg). Also 26 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Essingen (Württemberg) hatte zu diesem Zeitpunkt wenig Einwohner (Ende 2021 waren es 6.442 Einwohner).
Planung und Konzession
Bahnhof von 1861
Luftaufnahme
Bilder Essingen
Bahnhof von 1861 Remsbahn Stuttgart Hbf Nördlingen Im Bau