EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Emmerich von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Am 15. Februar 1856 wurde die 11,77 Kilometer lange Verbindung zur Reichsgrenze von der Cöln- Mindener Eisenbahn-Gesellschaft (CME) in Betrieb genommen. Schon acht Monate später, am 20. Oktober 1856, folgte die 46,84 Kilometer lange Strecke von Dinslaken zum Grenzbahnhof Emmerich. Der Bahnhof wurde gemeinsam mit der Niederländischen Rhein-Eisenbahn genutzt. Das Empfangsgebäude Emmerich Das Stationsgebäude auf H-förmigen Grundriss war, wie auch in Wesel, aus militärischen Gründen aus Fachwerk mit einer Holzverkleidung gebaut worden. Die Zwischenräume durften nicht verfüllt werden. Es sollte im Kriegsfall schnell zerlegt und abtransportiert werden. Ein traufenständiger anderthalbstöckiger Querbau mit Uhrenturm wurde von zwei giebelständigen zweistöckigen Gebäudeteilen flankiert. Der Querbau und die Flügelbauten besaßen einen Vorbau. Alle Gebäudefenster waren rechteckig. Die Gebäudeteile hatten Satteldächer. Im Erdgeschoss gab es Wartesäle für alle Reiseklassen, Fahrkarten- und Gepäckschalter, Diensträume für die Zollabfertigung und eine Bahnhofsgaststätte. Im Bahnhof gab es eine Güterabfertigung und eine kleine Lokstation. Er gehörte 1938 zur Rangklasse I. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Aufgrund des wachsenden Verkehrs wurde der Bahnhof 1873 und 1876 vergrößert. 1911 verlängerte man die Ladegleise und vergrößerte den Güterschuppen. Ein Personentunnel zu den Bahnsteigen wurde angelegt. Nach dem Ersten Weltkrieg stand der Bahnhof bis 1920 unter niederländischer Verwaltung. 1923 verlängerte man den Personentunnel. 1928 erhielt der Bahnhof ein Stellwerk mit einer Personenbrücke über den Gleisen und eine Zollkanzel für die Kontrolle der Güterwagen. In den 1930er-Jahren baute die Deutsche Reichsbahn das Empfangsgebäude um. Das Erscheinungsbild hat sich dadurch verbessert. Der Bahnhof wurde am 7. Oktober 1944 komplett zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden provisorische Holzbaracken gebaut. Am 24. Mai 1949 wurde ein Befehlsstellwerk von der Reichsbahn (West) in Betrieb genommen. Am 17. Juli 1950 entstand das Stellwerk „Emo“. Das zweite Empfangsgebäude Das am 25. November 1954 aus „Emmericher Klinker” erbaute neue Empfangsgebäude mit Walmdach ist weitgehend mit dem Stationsgebäude von Wesel identisch. Der Architekt war Erich Eickemeyer. Der traufenständige zweistöckige Klinkerbau verfügte über ein Vordach, durch das die Reisenden in die Schalterhalle gelangten. Dort waren Fahrkarten- und Gepäckschalter, ein Wartesaal, eine Bahnhofsgaststätte, eine Bahnhofsbuchhandlung sowie weitere Diensträume entstanden. Zwischen Stationsgebäude und dem Treppenabgang zum Personentunnel war ein fast 200 Meter langer überdachter Korridor entstanden, an deren Ende der Treppenabgang zum Personentunnel und weiter zu den zwei überdachten Inselbahnsteigen verlief. Neben dem Korridor lag das Zollgebäude. Die Gleisanlage war sehr umfangreich. Für den Lokomotivwechsel gab es allein fünf Gleise mit Schutzabschnitten für den Stromwechsel der beiden Staatsbahnen. Für die Zollbeschauung waren ebenfalls weitere fünf Gleise verlegt worden. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 18. Oktober 1957 entstand auf der anderen Gleisseite ein neues Gebäude für die Güterabfertigung, in das die Bahnhofsmeisterei nach der Eröffnung in das Obergeschoss einzog. Am 1. Dezember 1959 wurde das Bahnpostamt im Stationsgebäude eröffnet. Emmerich war bis Anfang 2000 Lokwechselbahnhof für den Grenzverkehr nach Holland. Heute fahren die Züge durchgehend in die Niederlande. 1966 wurde ein neues Stellwerksgebäude mit moderner Technik errichtet. Ende 2013 wurde das ehemalige Zollgebäude abgerissen und das Stellwerk von 1966 stillgelegt. 2021 begann die Deutsche Bahn AG (DBAG) mit der Sanierung der Bahnsteiganlagen. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude wurde verputzt. Dadurch veränderte sich auch sein charakteristisches Erscheinungsbild. Es verfügt über eine DB Agentur.
Die Eisenbahn “kam” am 15. Februar 1856 nach Emmerich. Also 21 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Emmerich hatte zu diesem Zeitpunkt 7.397 Einwohner (Ende 2020 waren es 30.869 Einwohner).
Bahnstation Emmerich Bahnstation Emmerich Hollandstrecke Oberhausen Hbf Emmerich Planung und Konzession
Luftaufnahme
Bilder Emmerich
Bahnhof von 1856
Bahnhof 1956
Bahnhof 1909
Bahnhof 1909 Bahnhof von 1856 Bahnhof um 1956