EINE DOKUMENTATION
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Bahnstation Eutingen im Gäu

Bau und Streckeneröffnung Am 1. Juni 1874 wurden die Streckenteile zwischen Brötzingen-Calw und Nagold- Hochdorf und der 23,59 Kilometer lange Abschnitt der Gäubahn von Nagold-Hochdorf (b. Horb) über Eutingen (Württ) nach Horb unter der Leitung von Oberbaurat Carl Julius Abel fertiggestellt. Die Betriebsstelle wurde als Abzweigstation eingerichtet und war ein Gemeinschaftsbahnhof der Länder Baden und Württemberg. Mit Eröffnung der Strecke besaß der Bahnhof ein provisorisches „Verwaltungsgebäude“ (Stationsgebäude) (37,6 x 10,1 Meter), einen Güterschuppen (20 x 10 Meter), eine Lokomotivremise (19 x 12 Meter) und ein Dienstwohngebäude (29 x 10) Meter. Das Gelände für die Nagoldbahn hatte eine Fläche von 660 x 60 Meter und für die Gäubahn von 1.110 x 120 Meter.

Das Empfangsgebäude Eutingen (Württ)

Das für seine Bedeutung kleine Bahnhofsgebäude war ein traufenständiges, einstöckiges Bauwerk mit Satteldach im Ortsteil „Alter Bahnhof“ errichtet worden. An den Stirnseiten besaß das Gebäude einen Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt) mit überkragendem Giebeldach (oben rechts). Im Gebäude gab es Warteräume, ein Fahrkarten- und Gepäckschalter, einen Postraum sowie weitere Diensträume. Das Gebäude besaß Rechteckfenster und Türen. Die Gleisanlage verfügte über mehrere Durchfahrgleise, da im Bahnhof die Nagoldbahn und die Gäubahn zusammenliefen. Lade- und Abstellgleise sowie Verbindungsgleise zum Lokbahnhof ergänzten die Anlage. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1879 erfolgte eine Bahnhofserweiterung. Das Stationsgebäude wurde verlängert. Hinzu kam ein Anbau für die Post mit Poststall, ein Nebengebäude sowie vier Bahnsteige. Die noch heute erhaltenen beiden Wohnhäuser für die Bahnbediensteten wurden errichtet. Nach 1912 entstand in den Bahnhofsköpfen jeweils ein Stellwerksgebäude. Anfang der 1930er-Jahre begann die Planung und der Bau eines neuen Bahnhofs, der ca. 1,3 Kilometer westlich gebaut werden sollte.

Das zweite Empfangsgebäude

Das traufenständige, dreistöckige Bauwerk mit Walmdach und breiten Dachgauben wurde am 8. Oktober 1933 in Betrieb genommen. Das Erdgeschoss war aus Sandsteinquadern errichtet worden. Die beiden Obergeschosse waren mit Schieferschindeln verblendet. In der Eingangshalle befanden sich Fahrkarten- und Gepäckschalter. An der Nordseite im Gebäude hatte der Bahnhofsvorsteher seinen Dienstraum, an der Südseite war eine Bahnhofsgaststätte untergebracht. An den beiden Gebäudegiebeln gab es jeweils ein Treppenhaus an der Außenseite bis zum Dachgeschoss, das in der ganzen Höhe Rechteckfenster besaß. Alle Stockwerke besaßen Rechteckfenster. In den Obergeschossen waren Wohnungen für die Bahnbediensteten entstanden. Das Bauwerk ähnelte eher einem Verwaltungsgebäude als einem Bahnhofsgebäude. Etwas östlich des Bauwerks wurde im gleichen Baustil ein zweistöckiges Postgebäude und westlich ein einstöckiges Gebäude auf L-förmigen Grundriss mit Walmdach für den Gepäck- und Güterverkehr errichtet. Es wurden vier überdachte Inselbahnsteige gebaut, die über einen Personentunnel mit dem Hausbahnsteig verbunden waren. Die Gleisanlage bestand aus zehn Gleisen. Der neue Bahnhof lag vor einem Gleisdreieck. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Das alte Stationsgebäude wurde 1933 aus dem Betrieb genommen und später abgerissen. Der alte Bahnhof mit dem Stellwerk 3 diente danach als Ortsgüterbahnhof. Am 29. September 1974 wurde die Installation einer Oberleitung der Strecke Böblingen - Horb abgeschlossen. Die Lokstation wurde abgerissen und die Gleise zurückgebaut. Am 19 Dezember 1974 führte die Deutsche Bundesbahn (DB) den Zugbahnfunk ein. Am 29. Mai 1983 stellte die DB die Strecke nach Hochdorf (b. Horb) auf eingleisigen Betrieb um. Am 29 Mai 1988 benannte die DB den Bahnhof in Eutingen im Gäu um. Am 18. Mai 1989 erhielt der Bahnhof ein Drucktastenstellwerk, dass die drei alten Stellwerke ablöste. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das alte Bahnhofsgebäude von 1874 wurde abgerissen, die Wohnhäuser verkauft und saniert. Sie befinden sich in einem guten Zustand. An der Stelle des Stationsgebäudes siedelte sich ein Gewerbebetrieb an. Das Empfangsgebäude von 1933 wird als Wohngebäude genutzt. Das alte Postgebäude hat eine Tischlerei erworben. Die Inselbahnsteige wurden auf zwei reduziert.
Bilder Eutingen im Gäu
Bahnhof von 1879
Luftaufnahme
Bahnhof von 1933
Bahnhof 1848 Planung und Konzession Nagoldtalbahn Pforzheim Hbf Eutingen im Gäu 476,0
Eutingen im Gäu - Hausach Eutingen im Gäu Hausach Stuttgart - Freudenstadt Stuttgart Hbf Freudenstadt Hbf Eutingen im Gäu - Rottweil Eutingen im Gäu- Rottweil