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Erndtebrück Erndtebrück
Planung und Konzession Bereits 1847 trug der Oberingenieur Splingard seine Pläne zum Bau einer Eisenbahnlinie von Köln nach Warburg vor. 1848 wurde die Planung durch die Märzrevolution unterbrochen. Danach gab es Veröffentlichungen zum Bau einer „Oberen Lahntalbahn“. 1883 wurde ein Staatsvertrag zwischen Preußen und Kurhessen und Hessen zum Bau einer Eisenbahnstrecke unterzeichnet. Da sich die Planung von Splingard für seine Hauptbahn nicht umsetzten ließen, beschloss man eine Bahnstrecke von Kreuztal nach Marburg zu bauen. Am 21. Mai 1883 wurde die preußische Konzession der Strecke Erndtebrück - Hilchenbach und der Strecke Erndtebrück -  Leimstruth vergeben (preußische Gesetzsammlung Jahrgang 1883 Nr. 15 Seite 85). Für die Strecke Erndtebrück - Birkelbach folgte die Konzession am 1. April 1887 (preußische Gesetzsammlung Jahrgang 1887 Nr. 11 Seite 97). Die Konzessionen für den Bau und Betrieb erhielt die „Preußische Staatseisenbahn“. Bau und Eröffnung Am 1. Oktober 1888 war die Eröffnung der 18,80 km langen Eisenbahnstrecke von Erndtebrück nach Hilchenbach. Das damalige Empfangsgebäude war im Baustil seiner Zeit gebaut. Im Anbau auf der rechten Seite des Gebäudes war der Güterschuppen untergebracht. Der Dienststellenleiter hatte anfänglich sein Büro in einem Gebäude neben der Schrankenanlage. Der Weiterbau der 5,90 km langen Teilstrecke in Richtung Cölbe bis nach Leimstruth wurde am 20. Dezember 1888 beendet. Auf dem Teilstück nach Birkelbach in Richtung Bad Berleburg begann der Güterverkehr am 1. Oktober 1889 und der Personenverkehr am 15. Juni 1890. Damit wurde Erndtebrück zum Trennungsbahnhof. Gegenüber dem Empfangsgebäude gab es einen zweiständigen Lokomotivlangschuppen mit Drehscheibe und Lokbehandlungsanlagen. In ihm konnten sechs Lokomotiven vom Typ T3 untergestellt werden. Neubau des Empfangsgebäudes und Bahnbetriebswerks 1910/11 wurde ein neues, größeres Bahnbetriebswerk östlich des Personenbahnhofs eröffnet. Das Alte wurde 1913 abgerissen. Später begannen die Bauarbeiten für ein neues Empfangsgebäude, das 1915 in Betrieb ging. Das Stationsgebäude ohne Hausbahnsteig hatte einen Güterschuppenanbau mit Rampe. In der Schalterhalle gab es Zugänge zu den Wartesälen und mehrere Fahrkartenschalter. Im Gebäude war auch eine Bahnhofsgaststätte untergebracht. Ein Freiladegleis mit Kopframpe befand sich parallel zum Empfangsgebäude. 1917 wurden die zwei Stellwerksgebäude mit mechanischem Stellwerk in Betrieb genommen. Es gab zwei überdachte Bahnsteige und separaten Treppenhäuschen. Was hat sich verändert, was ist geblieben 1936 wurde ein Industrieanschluss zu den Erndtbrücker Eisenwerken verlegt. Der 20 Meter hohe Wasserturm wurde 1977 abgerissen, die Drehscheibe 1981 abgebaut. Das Empfangsgebäude und die Bahnsteige von 1915 dürften weitgehend erhalten geblieben sein. Die Kopframpe am Güterschuppen gibt es nicht mehr. In der Schalterhalle sind noch die Drängeltische und Absperrungen vor den Fahrkartenschaltern erhalten geblieben. Das gibt es heute nur noch äußerst selten zu sehen. Im Juli 2016 wurde der Bahnhof von der Deutschen Bahn AG modernisiert.
Z Bahnhof iel
Bilder Erndtebrück
Bahnhof von 1888
Luftaufnahme
Bahnhof von 1888
Die Eisenbahn “kam” am 1. Oktober 1888 nach Erndtebrück. Also 53 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Erndtebrück hatte zu diesem Zeitpunkt sehr wenig Einwohner (Ende 2016 waren es 7.106 Einwohner). 
PANORAMA
Obere Lahntalbahn
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