EINE DOKUMENTATION
© Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten Ansicht der Bahnstation Ellwangen von der Straßenseite aus gesehen

Bahnstation Ellwangen

Bau und Streckeneröffnung Die 30,45 Kilometer lange, eingleisige „Obere Jagstbahn“ von Goldshöfe über Ellwangen nach Crailsheim ging am 15. November 1866 in Betrieb. Sie verband die nördliche „Kocherbahn“ zwischen Heilbronn und Crailsheim und im Süden die „Remsbahn“ zwischen Cannstatt, Goldshöfe und dem bayerischen Nördlingen.

Das Empfangsgebäude Ellwangen

Das traufenständige, zweistöckige Stationsgebäude mit Mezzanin (Halb- oder Zwischengeschoss) unter dem Walmdach war aus Sandsteinquadern errichtet worden. Im Erdgeschoss waren Rundbogenfenster und Türen, in den Obergeschossen Rechteckfenster (zum Teil gereiht) verbaut worden. Im Erdgeschoss gab es Warteräume für die verschiedenen Wagenklassen, Fahrkarten- und Gepäckschalter, einen Postraum sowie weitere Diensträume. Im Obergeschoss waren Wohnungen für die Bahnbediensteten entstanden. Ein separates Aborthaus mit Walmdach befand sich nördlich des Bahnhofsgebäudes auf dem Hausbahnsteig. Dahinter gab es einen Güterschuppen mit Seiten- und Kopframpe sowie eine Vieh- und Holzverladerampe am Holzlagerplatz. Die Gleisanlage bestand aus zwei Kreuzgleisen mit zwei Bahnsteigen, mehrere Ladegleise und 19 Weichen. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1913 erhielten ein Umspannwerk und eine landwirtschaftliche Genossenschaft einen eigenen Gleisanschluss. Zwischen 1914 und 1916 entstand ein Gleisanschluss zur örtlichen Kaserne. 1938 erhielt der Bahnhof ein Stellwerksgebäude im südlichen Bahnhofskopf am Bahnübergang. Ein einstöckiger Stellwerksanbau mit Flachdach am Stationsgebäude im Rundbogenstil entstand auf dem Hausbahnsteig, der eine Überdachung erhielt. 1946 bekam die Batterie- und Accumulatoren-Fabrik Büsche & Müller oHG (heute Varta) einen Gleisanschluss. Bedingt durch das hohe Güteraufkommen stationierte 1934 die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) eine Kleinlok im Bahnhof. Dafür wurde ein kleiner Lokschuppen errichtet. In den 1960er-Jahren baute die Deutsche Bundesbahn (DB) ein modernes Stellwerk. Ende 1982 installierte die DB eine Oberleitung auf dem 30 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Goldshöfe und Crailsheim. Der elektrische Betrieb begann am 2. Juni 1985. Die beiden mechanischen Stellwerke von 1938 wurden durch ein modernes Stellwerk ersetzt. In den 1990er-Jahren musste der baufällige Güterschuppen abgerissen werden. Im September 2003 ließ die Deutsche Bahn AG (DBAG), die nicht mehr benötigten Gleise zurückbauen. Zwischen September 2010 und April 2011 wurden die Bahnsteige saniert. Im Mai 2022 eröffnete die DBAG ein Reisezentrum im Bahnhofsgebäude. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude wurde an einen Investor verkauft und ist weitgehend erhalten. Leider wurde im Norden ein Anbau mit Flachdach errichtet, was den guten Eindruck des Gebäudes stört.
Bilder Ellwangen
Luftaufnahme
PANORAMA Planung und Konzession Obere Jagstbahn Goldshöfe Crailsheim
Die Eisenbahn “kam” am 15. November 1866 nach Ellwangen. Also 31 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Ellwangent hatte zu diesem Zeitpunkt 3.623 Einwohner (Ende 2021 waren es 24.600 Einwohner).
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